Leipziger Buchmesse 2026
Dienstag, 24. März 2026

Drei Frauen, ein Plan und ganz viel Literatur
In diesem Jahr sollte es endlich wieder klappen: Leipziger Buchmesse! Und diesmal nicht nur zu zweit – nein, wir haben Verstärkung. Eine Freundin hatte den Wunsch schon länger geäußert auch mal eine Buchmesse zu besuchen, 2026 war es soweit. Also: Mittwoch bis Samstag, volle Dröhnung Buchliebe.
Astrid war vorbildlich organisiert und hatte bereits im letzten Jahr eine Wohnung gebucht. Leider wurde uns diese im Dezember wieder storniert – vermutlich dachte sich das Universum: „Ein bisschen Nervenkitzel muss sein.“ Also erneut auf die Suche. Hotels? Unbezahlbar. Airbnb? Auch eher „Wow“. Aber gut, zu dritt relativiert sich das – zumindest redet man sich das ein.
Zwei Jahre Buchmesse-Pause liegen hinter uns, und die Vorfreude ist entsprechend groß. Mittwochmittag treffen wir uns am Leipziger Bahnhof, und wir fahren direkt nach Connewitz zur Unterkunft. Leicht mulmiges Gefühl inklusive: vier Airbnbs im Haus und passive-aggressive Zettel an den Nachbartüren. Eigentlich wollten wir das nicht mehr mitmachen. Tja… konsequent sein ist manchmal schwieriger als gedacht.
Die Wohnung selbst: klein, sauber, minimalistisch – also sagen wir mal „funktional charmant“. Aber völlig ausreichend, schließlich planen wir keine Innenarchitekturpreise zu gewinnen, sondern Bücher zu inhalieren.
Am Nachmittag geht’s direkt ins Panometer zur Antarktis-Ausstellung. Nur eine S-Bahn-Station entfernt – perfekt für uns Kultur-Sprinterinnen. Und was sollen wir sagen: absolut beeindruckend! Eis, Licht, Atmosphäre – wir stehen da wie zwei Pinguine im Staunen.

Abends dann ein bewährtes Restaurant, gutes Essen, viel Gelächter und noch mehr Gesprächsstoff. Es fühlt sich einfach richtig gut an, wieder gemeinsam in Leipzig zu sein.
Donnerstag: Der Messe-Marathon beginnt

Am Morgen entdecken wir die S-Bahn zur Messe – und lieben sie sofort. Deutlich entspannter als frühere Anreisen (wir erinnern uns mit leichtem Schaudern).
Silvia startet direkt mit einer Bloggerveranstaltung beim Kiwi-Verlag, während Astrid in Halle 5 bei der großen Bühne landet. Dort werden die fünf Nominierten für den Buchpreis vorgestellt – jeweils zehn Minuten Lese- und Redezeit. Kurz, knackig, spannend.

Die Blogger-Lounge heißt jetzt BL:OOM – und hat sogar ein exklusives Programm! Ein echtes Highlight. Mittags hören wir eine Vorstellung von „Villa Rivolta“. Daniel Speck liest – und wir bekommen Gänsehaut. Diagnose: akuter Hörbuchbedarf.

Danach geht’s zu Diogenes, wo wir Shelly Kupferberg erleben. Astrid kannte sie noch von früher – und wir sind uns schnell einig: Diese Frau kann erzählen! Ergebnis: zwei motivierte Leserinnen und der feste Vorsatz, gemeinsam eine Rezension zu schreiben. (Wir berichten… vielleicht 😄)

Am Nachmittag besucht Astrid die Preisverleihung. Emotional, spannend – aber leider gewinnt nicht ihr Favorit. Stattdessen geht der Preis an Katharina Poladjan mit „Goldstrand“. Man kann nicht alles haben.

Der Abend wird dann richtig gemütlich: Wohnzimmerlesung! In einer fast leergeräumten Altbauwohnung mit Bierzeltbänken. Anne Stern liest aus ihrem neuen Buch „Die weiße Nacht“ und erzählt von ihren Recherchen – so lebendig, dass wir sofort lesen wollen. Unsere Freundin stößt dazu, und endlich sind wir komplett. Perfekt! Danke an Uwe, dem Kaffeehaussitzer und Hannes, dem Gastgeber für die tolle Organisation.


Freitag: Treiben lassen (mehr oder weniger)
Diesmal ohne straffen Zeitplan – theoretisch. Praktisch landen wir natürlich trotzdem wieder überall.
Erster Stopp: Fischer Verlag – „Iso Diva“ anschauen (danke für den Tipp, Daniel Speck!). Danach eine exklusive Veranstaltung im BL:OOM mit der frisch gekürten Buchpreisträgerin Katharina Poladjan, die sich sichtlich über ihren neuen „Sticker“, der jetzt auf ihrem Buch prangt, freut.
Wir schlendern weiter und bleiben erstaunlich lange am norwegischen Stand hängen. Dort wird gelesen – sogar auf Norwegisch. Wir verstehen nichts, sind aber trotzdem begeistert. Literatur funktioniert eben auch ohne vollständiges Textverständnis.

Weiter geht’s mit Trude Teige, dann zur Glashalle, wo Astrid eigentlich zum Blauen Sofa wollte… und dann doch beim ARD/3sat-Stand hängen bleibt. Halbstündige Autor*innen-Slots – genau unser Ding. Unter anderem treffen wir auf die „Eat Read Sleep“-Podcast-Crew. Literatur + Quiz = gute Laune.

Silvia verschwindet noch zu einer Blogger-Veranstaltung – und wir stellen fest: Wir sind platt. Komplett. Final. Es bleibt nur noch eine logische Option: Essen.
Samstag: Die große Überraschung
Eigentlich gilt seit Jahren: Samstag = meiden. Zu voll, zu laut, zu anstrengend. Doch Silvia wollte unbedingt hin, unsere Freundin hatte sowieso noch ein Ticket – und Astrid ließ sich überreden.
Und siehe da: Es war… angenehm! Nicht zu voll, nicht zu stressig. Vielleicht hat die Messe tatsächlich an den Besucherzahlen geschraubt. Vielleicht sind wir inzwischen gelassener. Wir sind jedenfalls positiv überrascht.

Gegen Mittag heißt es Abschied nehmen. Astrid und Silvia müssen zum Zug. Noch ein schneller Kaffee am Hauptbahnhof, dann geht’s zurück nach Hause. Astrid genießt eine entspannte Fahrt – bei Silvia… sagen wir: es war lebhafter und beinhaltete einen längeren Fußmarsch.
Fazit
Drei Frauen, vier Tage, unzählige Bücher, Begegnungen und Eindrücke. Viel gelacht, viel entdeckt, viel zu wenig gekauft (oder vielleicht doch genau richtig?). Leipzig – wir kommen wieder!

