Saša Stanišić: Vor dem Fest
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Ein deutscher Sommernachtstraum
Vor dem Fest beschreibt die Nacht vor dem Annafest. Es ist das einzige herausragende Ereignis in dem Dorf in der Uckermark, wo die Probleme der Wiedervereinigung erbarmungslos zugeschlagen haben.
Da gibt es ein asthmakrankes laufendes Mädchen, eine verrückte Archivarin, eine 90 jährige Malerin, einen selbstmordbereiten Mann der einen Zigarettenautomaten erschießt, einen stummen Angler, eine adelige Yogafrau, eine Töpferin, Geister, einen alten Glöckner, einen jungen Glöckner, „die Garage“…
Dann ist da noch die Füchsin, die ihren Jungen unbedingt Hühnereier bringen will. Über den Bau eines fuchssicheren Hühnerstalls wird man auch informiert.
Die wunderlichen Ereignisse in dieser Nacht werden in einer Mischung mit alten Geschichten aus dem Mittealter erzählt.
Das Bemerkenswerte ist aber nicht der feine Humor oder Mischung aus Realität und Fiktion, sondern die Perspektiven aus denen erzählt wird.
Da gibt es ein „Wir“ (die Dörfler), ein „Uns“ (in das ich mich irgendwie auch einbezogen fühlte), manchmal ein „Du“ (das bin dann wohl ich?), ein vorher (vor der Wende) und ein ganz früher (16.-17. Jahrhundert). Und nicht zuletzt die Fähe, die Zeugin einiger wunderlicher Ereignisse wird, die sie aber völlig kalt lassen.
Aufgrund der Besonderheiten ein lesenswerter Roman. Ein „Nach-der-Wende-Buch“, das gekonnt viele Generationen miteinander verknüpft. Ein herausragendes Buch, das zu Recht den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat.
♌
Drachenfest in St.-Peter-Ording
Kunstwerke am blauen Himmel!
Am Wochenende war im Norden Deutschlands wieder Traumwetter – wie eigentlich fast den ganzen Sommer, wenn man den August mal ignoriert. Das Drachenfest in St.-Peter-Ording sollte ursprünglich im August stattfinden, aber das musste wegen des Wetters verschoben werden. Wie gut! So gab es Traumwetter am Meer. Für meine Fotos hätte ich mir natürlich noch ein paar Schönwetterwolken gewünscht, aber es war keine einzige am blauen Himmel zu sehen.
Martin Kordic: Wie ich mir das Glück vorstelle
Mittwoch, 24. September 2014
Viktor ist vom Schicksal benachteiligt: er hat eine Wirbelsäulenkrümmung um 34 Prozent und muss ein Korsett tragen. Und er wird im ehemaligen Jugoslawien kurz vor dem Krieg geboren.
Am Ende des Krieges schreibt der Junge in einem Heft seine Geschichte auf. Für jede Seite, die er schreibt, malt er einen Elefanten an die Wand der Ruine in der er untergekommen ist (schönes Detail: die Anzahl der mehrmals erwähnten Elefanten stimmt mit der Seitenzahl im Buch überein).
Diese Ruine steht in der fast völlig zerstörten „Stadt der Brücken“ (Mostar?!). Er lebt dort gemeinsam mit dem „einbeinigen Dschib“ und dem Hund Tango. Manchmal nimmt Viktor auch andere verletzte Seelen auf. Dabei macht er zwischen einem kleine Vogel und einem vergewaltigten Mädchen kaum einen Unterschied.
Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, in denen auch munter durcheinander gewechselt wird.
Zum einen ist da Geburt und frühe Kindheit (vor und in den Anfängen des Krieges). In der nächsten Lebensphase lebt er in einem Kinderheim bei Nonnen, später kommt die Phase in der zerstörten Stadt.
Read More
Wanderbuch: Der Garten der verlorenen Seelen
Sonntag, 21. September 2014
Dieses Buch habe ich kürzlich gelesen und auch hier rezensiert.
Ich habe es selbst als Leserundenbuch bei Lovelybooks geschenkt bekommen und möchte es gerne mit Interessierten teilen.
Dazu möchte ich das Buch auf eine Wanderung schicken. Wenn Du es lesen möchtest, dann melde Dich unten in einem Kommentar. Ich melde mich später bei der angegebenen Mail-Adresse.
Die Wanderrunde startet erst, wenn sich mindestens drei Teilnehmer gemeldet haben.
Wer zuerst schreibt, steht auf der Liste natürlich ganz oben!
Ablauf: